Tagebuch, Veit von der Ölmühle (Januar 2026)

Bellende Hunde, Sylvester

Die Nacht war insgesamt stark belastend. Die beiden Terrier reagierten auf nahezu jeden einzelnen Böller mit sofortigem Alarmbellen. Jeder Knall wurde als akute Bedrohung interpretiert und entsprechend lautstark gemeldet. Dieses dauerhafte Alarmverhalten erzeugte eine hohe Grundanspannung im gesamten Umfeld.

Für Veit wirkte dieses Verhalten unmittelbar triggernd. Er wurde nicht nur durch die akustischen Reize der Böller selbst belastet, sondern zusätzlich durch die emotionale Aufladung der anderen Hunde. Damit trafen zwei Stressoren gleichzeitig aufeinander: ein unvorhersehbarer äußerer Reiz und eine dauerhaft erhöhte soziale Erregung im direkten Umfeld.

Der zeitliche Verlauf verschärfte die Situation zusätzlich. Ab etwa 22:00 Uhr begann die Geräuschkulisse, erreichte gegen Mitternacht ihren Höhepunkt und ebbte erst in den frühen Morgenstunden gegen 2:00 Uhr langsam ab. Eine echte Erholungsphase war für die Hunde in dieser Zeit kaum möglich. Schlaf kam gar nicht erst zustande.

Aus verhaltensbiologischer Sicht ist eine solche Nacht für Hunde hochproblematisch. Dauerstress, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und anhaltende Alarmreize verhindern die Regulation des Nervensystems. Besonders für sensible oder noch nicht vollständig stabile Hunde wie Veit ist das eine erhebliche Belastung.

Insgesamt war es eine unruhige, für alle Hunde unangenehme Nacht, die weniger über individuelles Verhalten aussagt als über die massive äußere Reizüberflutung. Entscheidend wird sein, wie gut sich Veit in den kommenden Tagen wieder stabilisieren kann, wenn Ruhe und Vorhersehbarkeit zurückkehren.

Treppen

Treppen sind für Veit nach wie vor ein sensibles Thema. Auch wenn bekannte Treppen mit der Zeit ihre Bedrohlichkeit verlieren, braucht er dafür viele Wiederholungen. Sicherheit entsteht durch wiederholte, identische Erfahrungen. Erst wenn sich ein Ablauf verlässlich eingebrannt hat, kann er die Situation ruhig bewältigen.

Problematisch ist dabei weniger die einzelne Treppe als das Prinzip „neue Treppe“. Jede unbekannte Konstruktion wird von Veit erneut als potenziell gefährlich eingestuft. Höhe, Material, Geräusch, Steigung oder Lichtverhältnisse reichen aus, um das bisher Gelernte nicht automatisch zu übertragen. Aus seiner Sicht ist das logisch. Er generalisiert Sicherheit noch nicht, sondern lernt stark situationsgebunden.

Das zeigt keine Sturheit und auch kein Trainingsversagen, sondern eine vorsichtige Reizverarbeitung. Veit prüft gründlich, bevor er sich einlässt. Diese Vorsicht kostet Zeit. Entsprechend ist der Weg noch lang. Es gibt dafür kein Patentrezept und keine Abkürzung. Vertrauen lässt sich nicht beschleunigen, sondern nur stabil aufbauen.

Entscheidend ist, dass Fortschritt trotzdem stattfindet. Jede Treppe, die er sich erarbeitet, erweitert seinen Erfahrungsschatz. Auch wenn der Effekt nicht sofort auf neue Situationen übertragbar ist, legt jede bewältigte Treppe ein weiteres Fundament. Irgendwann wird daraus Generalisierung entstehen, aber erst dann, wenn sein Nervensystem ausreichend Sicherheit abgespeichert hat.

Dass du dafür kein fertiges Rezept hast, ist kein Mangel, sondern realistisch. In solchen Fällen ist Geduld kein pädagogisches Ideal, sondern eine fachliche Notwendigkeit. Der Weg ist weiter, aber er ist erkennbar offen.

3.1.2026

Veit zeigt insgesamt eine deutlich positive Entwicklung. Besonders nachts ist eine klare Verbesserung zu erkennen. Er schläft inzwischen zuverlässig durch, was auf ein gesunkenes Grundstressniveau und mehr innere Sicherheit hinweist. Die Schreckhaftigkeit ist noch vorhanden, hat sich jedoch spürbar reduziert. Reize werden schneller verarbeitet, und Veit findet zunehmend selbstständig in einen ruhigeren Zustand zurück.

Auch im Alltag wird er ausgeglichener. Sein Rückzugsverhalten nimmt ab, was ein wichtiger Indikator für wachsende Umweltkompetenz ist. Der Flur bleibt weiterhin sein bevorzugter Rückzugsort. Das ist nicht problematisch, sondern zeigt, dass er sich einen festen, sicheren Platz gewählt hat, den er situativ nutzt. Solange dieser Ort freiwillig aufgesucht wird und kein dauerhaftes Meideverhalten vorliegt, ist das als stabilisierender Faktor zu werten.

Mein Hütehund

Beim Spaziergang zeigt sich weiterhin ein ausgeprägtes Kontroll- und Hütverhalten. Veit reagiert deutlich unruhig, wenn sich das Menschenrudel und/oder das Hunderudel räumlich trennt. Dieses Verhalten ist konsistent mit einem starken sozialen Bindungsbedürfnis und/oder emotional verankerten Hüteimpuls. Er übernimmt Verantwortung für den Zusammenhalt der Gruppe, was für ihn subjektiv sinnvoll, aber emotional fordernd ist. Hier zeigt sich weniger Unsicherheit als vielmehr ein starkes Bedürfnis nach Struktur und Übersicht. Ich werde es im Blick haben um zu handeln wenn sich das Verhalten verselbstständigt.

Im häuslichen Umfeld fällt auf, dass Besucher sehr schnell in sein soziales Bezugssystem integriert werden. Für Veit gehören sie rasch zum Menschenrudel. Umso schwerer fällt ihm der Abschied. Wenn Besucher gehen, reagiert er manchmal mit leisem Hinterherjaulen, allerdings nursehr kurze Zeit. Dieses Verhalten ist kein Problemverhalten im engeren Sinne, sondern Ausdruck von Bindung und emotionaler Beteiligung. Die geringe Lautstärke zeigt bereits eine Impulskontrolle.

Angenehme Entwicklung von Veit

In der Gesamtbetrachtung entwickelt sich Veit zu einem angenehmen, sozial orientierten Hund. Seine Fortschritte sprechen für wachsende Sicherheit, zunehmende Selbstregulation und eine stabile Bindung. Die verbleibenden Themen sind gut einordenbar und bieten eine solide Grundlage für weiteres ruhiges, strukturiertes Arbeiten.

Immer noch Kratzen

Veit beißt und kratzt sich immer noch. Oder wieder. Ich habe gestern wieder meine normale Fleischration gefüttert. Doof von mir. Das Kratzen wird mehr. Ich mache eine neue Ausschlussdiät. Diesmal aber richtig.

Verdacht auf Futterreaktion

Verdacht: Futterreaktion oder Allergie
Das vermehrte Lecken und Beißen, insbesondere an den Beinen, in Kombination mit geröteten Hautstellen, ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal. Die Gefahr eines Leck-Ekzems ist real. Dieses entsteht nicht primär durch die Haut selbst, sondern durch eine dauerhafte Reizung, meist ausgelöst durch Juckreiz. Juckreiz wiederum hat sehr häufig eine allergische oder pseudoallergische Ursache. Mein Verdacht ist daher fachlich absolut nachvollziehbar.

Einordnung der bisherigen Fütterung
Meine bisherige Fütterung aus rohem Rindfleisch, Innereien, rohem Pansen und gekochtem Gemüse ist grundsätzlich hochwertig und hat sich bei meinen Hunden über viele Jahre bewährt. Trotzdem gilt: Eine Unverträglichkeit oder Allergie kann sich jederzeit entwickeln, auch nach langer problemloser Fütterung. Das Immunsystem lernt, und genau darin liegt das Problem. Rind könnte der Allergieauslöser sein, ebenso bestimmte Innereien oder Zusätze, selbst wenn sie naturbelassen sind.

Bewertung der Ausschlussdiät
Der Beginn einer konsequenten Ausschlussdiät ist ein fachlich saubere Schritt. Wichtig ist dabei vor allem eines: radikale Konsequenz. Keine Leckerchen, keine Kauartikel, keine Zusätze, nichts „nebenbei“. Das von mir gewählte Dosenfutter halte ich dafür geeignet, da es klar deklariert ist und ich es über Jahre selbst getestet habe. Das schafft eine stabile Ausgangsbasis.

Wichtig ist, der Haut jetzt Zeit zu geben. Erste Verbesserungen zeigen sich oft schon in ein paar Tagen, eine echte Beurteilung ist jedoch erst nach mehreren Wochen möglich. Parallel solltest du die betroffenen Hautstellen im Blick behalten. Wenn das Lecken aufhört sollten die Lech-Stellen schnell abheilen. Zur Desinfektion verwende ich Teebaumöl.

Wenn das Lecken komplett aufgehört hat kann ich langsam beginnen einzelne Futterteile hinzuzufügen. So ist beim Auftreten des Juckreizes einfach zu erkennen welches Futtermittel jetzt den Juckreiz/Allergie auslöst.

Futterplan während der Ausschlussdiät
Während der Ausschlussdiät ist der Futterplan bewusst einfach gehalten, um mögliche Reaktionen eindeutig zuordnen zu können.

Abends erhält Veit 800 Gramm RoboDog Dosenfutter auf Rindbasis ergänzt durch 200 Gramm gekochtes Gemüse. Morgens bekommt er 400 Gramm RoboDog Dosenfutter ohne weitere Zusätze.

Der Plan ist klar strukturiert, gut kontrollierbar und für eine Ausschlussdiät geeignet. Entscheidend ist, dass in dieser Phase keine weiteren Futtermittel oder Leckerchen gefüttert werden, um die Beobachtungen nicht zu verfälschen.

Leckerchen wurden zu Trainingszwecken gegeben. Ca 15 Stück pro Tag. Jeden Tag das gleiche.

Lernen

Lernen und emotionale Stabilität
Beim Lernen sind deutliche Fortschritte erkennbar. Je ruhiger und ausgeglichener Veit wird, desto besser kann er lernen. Das ist kein Zufall, sondern entspricht grundlegenden lernbiologischen Zusammenhängen. Ein Hund, der innerlich unter Stress steht, lernt nicht effizient. Sinkt das Stressniveau, wird das Gehirn aufnahmefähig. Genau das ist bei Veit zu beobachten. Seine zunehmende Ruhe bildet die Grundlage für nachhaltiges Lernen.

Lernbereitschaft und kognitive Fähigkeiten
Veit zeigt eine klare Lernwilligkeit. Er arbeitet mit, bietet Verhalten an und bleibt geistig präsent, allerdings ist die Lerndauer noch zeitlich ziemlich begrenzt. Eine gewisse Cleverness ist auch unverkennbar. Er verknüpft Situationen schnell, erkennt Zusammenhänge und passt sein Verhalten entsprechend an. Diese Kombination aus Lernfreude und kognitiver Flexibilität ist eine sehr gute Voraussetzung für weiteres Training.

Bestätigung im Alltag
Ich verstärke, alltägliches, erwünschtes Verhalten bewusst. Lernen findet nicht nur in formalen Trainingseinheiten statt, sondern vor allem im Alltag. Wenn Veit auf meinen Ruf reagiert und zu mir kommt, wenn er aus dem Garten selbstständig wieder ins Haus geht, wenn er sich von sich aus ablegt oder ruhig bleibt, wenn am Tisch gegessen wird, dann sind das genau die Momente, in denen Lernen verankert wird. Durch die Bestätigung dieser Situationen lernt Veit, welches Verhalten sich lohnt, ohne dass Druck oder Korrektur notwendig sind.

Einordnung
Ich arbeite nicht über isolierte Kommandos, sondern über Beziehung, Struktur und klare Rückmeldung. Das stärkt Sicherheit und Orientierung. Veit lernt so selbstständig gute und richtige Entscheidungen zu treffen. Genau das fördert Ruhe, Selbstkontrolle und Zuverlässigkeit. Der Lernfortschritt ist damit nicht nur sichtbar, sondern auch stabil.

10.1.2026

Verdacht auf Futterreaktion

Klare Beobachtung und Einordnung
Das Lecken und Beißen ist vollständig verschwunden. Damit ist die Situation eindeutig. Veit zeigt definitiv eine Futterreaktion. Der Zusammenhang zwischen Fütterung und Symptomatik ist klar belegt, weil sich das Verhalten unter der Ausschlussdiät vollständig zurückgebildet hat. Besser kann ein praktischer Nachweis kaum aussehen.

Aktueller Stand
Heute Morgen hat Veit nochmals ausschließlich Dosenfutter bekommen. Das ist konsequent und sauber zu Ende geführt. Ab diesem Zeitpunkt liegt eine stabile, symptomfreie Ausgangslage vor. Genau das ist die Voraussetzung, um nun kontrolliert weiterzugehen.

Neuer Futterplan ab heute Abend
Ab heute Abend wird das Futter schrittweise erweitert. Veit erhält dann 500 Gramm Muskelfleisch, ergänzt durch 400 Gramm Dosenfutter und 200 Gramm Gemüse. Das Dosenfutter bleibt als stabiler Bestandteil erhalten, während das Muskelfleisch gezielt wieder eingeführt wird.

Die Treppe

Treppen als Lernthema
Treppen sind für Veit weiterhin ein sensibles Thema. Alte, bekannte Treppen im Haus stellen kein Problem mehr dar. Diese nimmt er sicher und im Galopp. Das zeigt eindeutig, dass Motorik, Kraft und Koordination vorhanden sind. Ein körperliches Problem ist nicht erkennbar.

Differenzierung bei Außentreppen
Die vordere Außentreppe geht Veit inzwischen langsam, aber kontrolliert hinauf und hinunter. Ich werte dieses ruhige Vorgehen als bewusste Selbstsicherung. Die hintere Außentreppe zeigt ein anderes Bild. Hinunter geht er zuverlässig, wenn auch vorsichtig. Hinauf schafft er es nur bis zu den letzten drei Stufen. Ab diesem Punkt muss ich ihn behutsam unterstützen. Ab dort benötigt er deine Unterstützung. Ich schiebe ihn dann vorsichtig weiter.

Ursacheneinschätzung
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Veit dort einmal ausgerutscht ist und sich wehgetan hat. Sein Verhalten passt zu einer gespeicherten negativen Erfahrung. Wichtig ist für mich, dass er nicht panisch reagiert, sondern kontrolliert stoppt. Das spricht aus meiner Sicht für ein Angstgedächtnis und nicht für eine grundsätzliche Verweigerung.

Neue Treppen
Neue, unbekannte Treppen gehen aktuell gar nicht. Das ist für mich nachvollziehbar. Ich lasse dieses Thema bewusst liegen. Das kommt später, wenn mehr Sicherheit da ist.

Gesamteinschätzung
Veit arbeitet sich in seinem Tempo voran. Bekannte Situationen sind stabil, halb bekannte werden vorsichtig bewältigt. Das ist für mich ein gesunder aber langwieriger Lernprozess.

Lernen

Lernen und emotionale Stabilität
Beim Lernen sind weiterhin deutliche Fortschritte erkennbar. Wir arbeiten regelmäßig mit dem Klicker, und Veit kann inzwischen vernünftig bei Fuß gehen. Sitz, Platz und auch erste Abläufe im Alltag funktionieren zunehmend zuverlässig. Entscheidend ist für mich, dass diese Fortschritte nicht aus Druck entstehen, sondern aus wachsender innerer Ruhe.

Klickerarbeit und Lernbereitschaft
Die Klickerarbeit tut ihm sichtbar gut. Veit ist lernwillig, aufmerksam und versucht, Zusammenhänge zu verstehen. Er bietet Verhalten an und reagiert fein auf Rückmeldung. Das bestätigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Das Kommando „komm“
Das Kommando „komm“ ist aktuell noch mit Angst belegt. Wenn ich ihn rufe, muss er häufig einen Bereich betreten, den er innerlich noch als unsicher bewertet. Für ihn bedeutet das nicht nur Gehorsam, sondern auch das Überwinden einer emotionalen Hürde. Ich sehe hier kein Ungehorsam, sondern einen inneren Konflikt zwischen Bindung und Unsicherheit.

Einordnung
Für mich ist klar: Das Kommando wird erst dann zuverlässig, wenn der Zielbereich für Veit emotional neutral oder positiv besetzt ist. Daran arbeite ich weiter ruhig und ohne Druck. Sicherheit kommt vor Perfektion.

Angst

Veit ist ein Angsthund
Veit ist ein Angsthund. Alltägliche Geräusche und scheinbar normale Aktionen sind für ihn häufig bedrohlich. Geräusche in der Wohnung, plötzliche Bewegungen oder ungewohnte Abläufe reichen aus, um ihn zunächst in Flucht zu bringen. Seine erste Reaktion ist Rückzug. Er läuft weg und sucht einen für ihn sicheren Ort in der Wohnung.

Verarbeitung statt Vermeidung
Nach dem Rückzug beginnt ein zweiter Schritt. Veit kommt vorsichtig wieder hervor, um zu überprüfen, ob tatsächlich eine Gefahr besteht. Das zeigt mir, dass er nicht dauerhaft blockiert ist, sondern versucht, Situationen kognitiv nachzuverarbeiten. Genau hier findet Lernen statt. Er tastet sich heran, überprüft seine Einschätzung und sammelt neue Erfahrungen. Dieser Prozess ist jedoch sehr langsam und braucht Zeit.

Verlauf und Einordnung
Die Angstreaktionen werden insgesamt weniger, aber nur in kleinen Schritten. Es gibt Fortschritte, aber keinen schnellen Durchbruch. Teilweise fällt Veit noch in echte Panik. In diesen Momenten ist er nicht ansprechbar und nicht lernfähig. Das sind Teile eines langen Regulationsprozesses.

Fazit
Für mich ist klar: Veit braucht vor allem Sicherheit, Vorhersehbarkeit und Geduld. Angst verschwindet nicht durch Konfrontation, sondern durch viele wiederholte Erfahrungen ohne negative Konsequenzen. Genau daran arbeite ich weiter. Schwierig und Aufwendig

Die Zwerge, Hundegebell

Die Zwerge und ihre Wirkung auf Veit
Wir haben noch zwei Norwich Terrier. Beide sind ein ausgeprägter Kläffer. Jeder kleine Reiz in der Wohnung, jedes Geräusch, jede Bewegung wird sofort mit Bellen kommentiert. Für die beiden Zwerge ist das Alltag. Für Veit ist es ein massiver Stressor.

Dieses Bellen triggert Veit unmittelbar. In dem Moment ist jede zuvor aufgebaute Ruhe schlagartig weg. Entspannung bricht zusammen, Lernfähigkeit existiert nicht mehr. Veit geht sofort in Alarm, zieht sich zurück und sucht ausschließlich seinen sicheren Rückzugsort. Dort bleibt er, bis das Geräuschniveau wieder sinkt und er die Situation neu einschätzen kann.

Für mich ist klar: Das Problem liegt nicht bei Veit allein, sondern im Zusammenspiel. Dauerhafte akustische Reize verhindern, dass sich sein Nervensystem stabilisieren kann. Während andere Hunde Bellreize schnell ausblenden, hält Veit sie emotional fest.

Solange dieser Reiz bestehen bleibt, wird emotionale Stabilität nur sehr langsam wachsen. Ruhe ist für Veit keine Komfortzone, sondern die Voraussetzung für Entwicklung.

12.1.2026

Verdacht auf Futterreaktion

Die Reaktion auf das rohe Rindfleisch war sehr extrem. Ich kann schon mit großer Sicherheit sagen, dass Veit eine ausgeprägte Allergie gegen Rindfleisch hat.

Ich habe heute wieder angefangen RoboDog Dosenfutter zu füttern.

Ich kann hetute sagen, dass was Veit zeigt ist eine Allergie auf Rindfleisch. Bei Allergien reagiert das Immunsystem und bei Unverträglichkeiten reagiert das Verdauungssystem. Oft mit durchfällen.

16.1.2026

Verdacht auf Futterreaktion

Beobachtung nach der Futterumstellung
Nach drei Tagen ausschließlicher Fütterung mit RoboDog + wenig Gemüse sind sämtliche körperlichen und allergieähnlichen Symptome verschwunden.
Kein Lecken, kein Beißen, keine sichtbaren Stress- oder Hautreaktionen.
Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass das Ausgangsfutter gut vertragen wird und als stabile Basis taugt.

Test einer Kohlenhydratquelle
Die zusätzliche Gabe von 200 g Vollkornreis wurde problemlos toleriert.
Es traten keine allergischen Reaktionen auf.
Damit ist Reis als Kohlenhydratquelle aktuell unauffällig und verwertbar.

Aktueller Fütterungsplan

Abends
800 g RoboDog
200 g Vollkornreis
200 g Gemüse

Morgens
400 g RoboDog
100 g Vollkornreis
100 g Gemüse

Ich werde diesen Futterplan erstmal mehrere Wochen durchführen. Danach kann man schrittweise wieder Rind bzw Pansen hinzufügen

18.1.2025

Verdacht auf Futterreaktion

Beobachtung und Einordnung
Der Reis wurde vom Immunsystem toleriert, allergische Reaktionen traten nicht auf. Der Darm reagiert jedoch eindeutig negativ. Veit hat seit Tag breiiger Durchfall, begleitet von sichtbarem Unwohlsein. Kotbefund: Ganze Reiskörner belegen, dass der Reis nicht oder nur unzureichend verdaut wurde. Damit ist klar, dass hier funktionelles Verdauungsproblem vorliegt.

Konsequenz für die Fütterung
Aufgrund dieser klaren Reaktion wird Reis ab sofort vollständig aus dem Futterplan gestrichen.

Aktuelle Maßnahme
Seit heute Morgen erhält Veit gekochte Kartoffeln. Verwendet wird dasselbe Rezept wie am 16.01., der einzige Unterschied besteht im Austausch der Kohlenhydratquelle: Reis wird konsequent durch Kartoffeln ersetzt. Die Kartoffeln sind einen Tag alt, gut durchgekocht und hoffentlich leichter verdaulich.

Fachliche Bewertung
Dieses Vorgehen ist sinnvoll und konsequent. Kartoffeln liefern gut verfügbare Stärke, werden in der Regel besser enzymatisch aufgeschlossen als Reis und belasten den Darm weniger.

Angst

Aktueller Zustand
Veit hat weiterhin sehr viel Angst, und diese Angst nimmt spürbar zu. Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Situationen. In der Wohnung ist die Angst stärker ausgeprägt als draußen. Beim Spaziergang wirkt er vergleichsweise stabil, dort ist sein Verhalten insgesamt gut und kontrollierbar.

Situationsabhängige Auslöser
Sobald Menschen oder insbesondere Kinder in sein Umfeld kommen, steigt das Angstniveau deutlich an. Diese Reaktionen sind eindeutig angstgetrieben und nicht als Unsicherheit oder bloße Zurückhaltung zu interpretieren. Es handelt sich um eine klare Überforderungssituation für ihn.

Fütterungssituation
Veit wird inzwischen in einem separaten Raum gefüttert. In gemeinsamer Umgebung verweigert er die Nahrungsaufnahme vollständig. Erst die räumliche Trennung schafft ausreichend Sicherheit, damit er überhaupt frisst. Auch das ist ein deutliches Zeichen für seinen aktuell hohen inneren Stresspegel.

Einordnung
Die Kombination aus zunehmender Angst im häuslichen Umfeld, besserer Stabilität draußen und Futterverweigerung ohne Rückzugsmöglichkeit zeigt, dass Veit sich innerlich nicht sicher fühlt. Die Wohnung ist für ihn derzeit kein Ort der Ruhe, sondern ein Raum erhöhter Anspannung. Diese Entwicklung erfordert ein ruhiges, strukturiertes und konsequent angstarmes Vorgehen.

19.1.2056

Verdacht auf Futterreaktion

Einordnung der Gabe
Die zusätzliche Gabe von zwei Wirbeln vom Rehhals ist unter den aktuellen Umständen unkritisch, solange sie gut gekaut, roh gegeben und nicht in größeren Mengen gesteigert wird. Rehhals zählt zu den weichen, gut verdaulichen Knochen und eignet sich – richtig dosiert – auch bei empfindlichen Hunden.

Knochenmaterial liefert u.a. Kalzium, wirkt aber gleichzeitig stopfend. In einer Phase, in der du gezielt Ruhe in den Darm bringen willst, ist genau deshalb Zurückhaltung wichtig.

Dass auch diese Gabe keine Reaktion des Immunsystems ausgelöst hat, bestätigt die bisherige Einschätzung: Reh ist für Veit sehr wahrscheinlich eine verträgliche Proteinquelle. Einzelne Knochenbestandteile verändern die allergologische Bewertung nicht, solange sie vom selben Tier stammen.

Ein kurzfristiger oder leichter Juckreiz ist nicht automatisch mit der heutigen Gabe in Verbindung zu bringen. Allergische Hautreaktionen zeigen sich in der Regel zeitverzögert (24–72 Stunden) und nicht unmittelbar nach dem Fressen. Bleibt der Juckreiz auf dem derzeitigen niedrigen Niveau, spricht das gegen eine problematische Reaktion.

22.1.2056

Verdacht auf Futterreaktion

Meine Beobachtungen sprechen klar für eine gute gastrointestinale Verträglichkeit der aktuellen Ration. Breiiger Durchfall ist abgeklungen, unverdaute Bestandteile treten nicht mehr auf, und das Allgemeinbefinden wirkt stabiler. Das ist ein belastbarer klinischer Hinweis auf eine Entlastung des Verdauungstraktes.

Aktuellen Ration

Abends
800 g Nassfutter (RoboDog)
200–300 g gekochte Kartoffeln
200 g Gemüse

Morgens
50 % der Abendration

Diese Aufteilung ist für eine Übergangs- und Stabilisierungsphase. Sie ist leicht verdaulich, hat eine moderate Energiedichte und überfordert den Darm nicht mechanisch oder enzymatisch.

Gekochte, abgekühlte Kartoffeln liefern gut verfügbare Stärke und bei Abkühlung auch resistente Stärke, die das Darmmikrobiom positiv beeinflussen kann. Dass Veit sie gut verträgt, ist ein klarer Vorteil gegenüber Reis, der bei empfindlichen Hunden häufiger osmotische Durchfälle auslöst. Der Gemüseanteil liefert Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Rehhals

Dass der Rehhals keine Reaktion des Darms und keine immunologische Reaktion ausgelöst hat, ist hochrelevant. Wildprotein gilt als niedrig allergen, weil es in der Regel keine Vorerfahrung des Immunsystems gibt. Das ist ein starker Hinweis, dass Reh als zukünftige Proteinquelle geeignet ist.

Juckreiz

Der weiterhin gelegentliche Juckreiz bei gleichzeitig deutlicher Besserung spricht gegen eine akute allergische Reaktion und eher für
– eine noch nicht vollständig abgeklungene Entzündung
– eine verzögerte Regeneration der Hautbarriere

Haut benötigt mehrere Wochen, um sich nach immunologischer oder gastrointestinaler Belastung zu stabilisieren. Eine sofortige komplette Symptomfreiheit ist nicht zu erwarten.

Dein Plan ist richtig. Ich werde diese Fütterung mindestens 2–3 Wochen unverändert beibehalten. Jede weitere Umstellung im Moment erhöht das Risiko, den Darm erneut zu destabilisieren. Erst wenn Kot, Haut und Allgemeinverhalten konstant stabil sind, macht eine gezielte Erweiterung Sinn.

27.1.2025

Sechs Wochen sind kein Zufall
Aus verhaltensbiologischer Sicht sind sechs Wochen eine relevante Zeitspanne. In diesem Zeitraum kann ein Hund beginnen, neue Umweltreize, Routinen und Bezugspersonen als sicher einzustufen. Zudem schaltet das Nervensystem langsam von Dauerstress auf Anpassung um.

Verhaltensänderung bedeutet emotionale Veränderung
Positives Verhalten entsteht nicht durch „Gehorsam“, sondern durch eine veränderte emotionale Bewertung. Wenn Veit ruhiger, offener oder stabiler reagiert, bedeutet das, dass seine Amygdala Reize weniger bedrohlich bewertet und die Stresshormone wie Cortisol sinken

Sicherheit ist der entscheidende Faktor
Die wichtigste Grundlage der beobachteten Entwicklung ist erlebte Vorhersagbarkeit. Klare Abläufe, ruhige Reaktionen und verlässliches Verhalten meinerseits schaffen Sicherheit. Erst Sicherheit ermöglicht Lernen.

Positive Veränderung heißt nicht „fertig“
So deutlich die Fortschritte auch sind: Nach sechs Wochen sprechen wir von Stabilisierung, nicht von Festigung. Neue Verhaltensmuster sind noch störanfällig, besonders unter Stress oder bei neuen Reizen. Rückschritte sind normal und kein Scheitern.

Mein Fazit
Die positive Entwicklung nach sechs Wochen zeigt eindeutig, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Veit beginnt, mir und seiner Umwelt zu vertrauen. Das ist keine Kleinigkeit, sondern die Grundlage für alles Weitere. Ein Training ohne diese Basis wäre wirkungslos.

Aktueller Verhaltensstand von Veit

Grundstimmung und Schreckhaftigkeit
Veit ist weiterhin schreckhaft, seine Angst hat jedoch deutlich abgenommen. Insgesamt wirkt er spürbar entspannter als noch zu Beginn. Schreckmomente treten zwar noch auf, lösen sich aber wesentlich schneller auf. Es dauert inzwischen keine Stunden mehr, bis er wieder zur Ruhe kommt, sondern meist nur noch Minuten, teilweise sogar nur Sekunden.

Verhalten im Außenbereich
Draußen ist Veit insgesamt angenehm ruhig geworden, insbesondere auf Wegen, die er bereits kennt. Spaziergänge in fremder Umgebung funktionieren ebenfalls gut. Wiesen, Wald und offene Flächen stellen für ihn kein Problem dar. In der Stadt ist er etwas gestresster, bleibt dabei jedoch ansprechbar und ruhig. Veit lässt sich dort an lockerer Leine führen. Auf Wiesen kann er ohne Leine laufen, der Abruf funktioniert zuverlässig, solange keine Ablenkung vorhanden ist.

Lernverhalten und Motivation
Veit zeigt ein ausgeprägtes neugieriges Lernverhalten. Das Klickertraining führen wir täglich durch, und er ist dabei hochmotiviert. Die Arbeit mit dem Klicker macht ihm sichtlich Freude, und er zeigt großes Interesse sowie eine hohe Bereitschaft zur Mitarbeit.

Bindung und Orientierung
Veit baut eine stabile und zunehmend starke Bindung zu mir auf. Auch Petra ist für ihn klar Teil seines sozialen Gefüges. Wenn Petra das Haus verlässt, entsteht keine nennenswerte Unruhe mehr, was zu Beginn noch deutlich anders war. Veit kann inzwischen mehrere Stunden alleine bleiben, ohne Stress zu zeigen. Zudem entwickelt er ein zunehmend empathisches Verhalten und reagiert sensibler auf Stimmungen und Situationen in seiner Umgebung.

Nächtliche Ruhephasen
Durchschlafen tut Veit noch nicht vollständig. Er wird jedoch nur noch einmal pro Nacht wach und weckt mich kurz. Insgesamt wirkt er dabei deutlich entspannter als zuvor.n tut er nicht. aber nur noch einmal in der Nacht wach werden und mich wecken. Wird entspannter.

Pubertät
Veit hebt beim Urinieren inzwischen deutlich häufiger das Bein. Auch das Markierverhalten nimmt zu und tritt immer öfter im Alltag auf.

Angst

Die Angst spielt weiterhin eine Rolle und ist stark von der Tagesform abhängig. Insgesamt wird sie jedoch deutlich weniger. Laute, große und schnelle Reize sind bei unbekannten Objekten nach wie vor kritisch. Das Weglaufen ist dabei jedoch nicht mehr kopflos, sondern deutlich kontrollierter. Wahrscheinlich wird eine gewisse Angst bleiben, wir arbeiten aber kontinuierlich daran.

Treppen, Türen

Auch hier hat sich die Situation deutlich verbessert, das Thema ist jedoch noch nicht vollständig gelöst. Treppen, die Veit kennt, nimmt er inzwischen im Galopp. Bei unbekannten Treppen benötigt er teilweise mehrere Minuten, manchmal geht er sie auch gar nicht. Am besten funktioniert es, wenn er solche Situationen ganz alleine bewältigen darf. Türen sind für ihn nach wie vor irritierend, während er beim ersten Kontakt problemlos über drei Meter hohe Holzstapel klettert.

Insgesamt

Veit ist ein großartiger Hund und entwickelt sich stetig weiter. Er ist sehr verschmust, stark anhänglich und braucht die Nähe seines Menschen. Ich möchte ihn inzwischen keinesfalls mehr missen. Türen sind für ihn nach wie vor merkwürdig, während wir drei Meter hohe Holzstapel beim ersten Versuch problemlos überklettern.

Die ersten Hundeauseinandersetzungen liegen ebenfalls hinter uns. Sie verliefen rüdenhaft, mit viel Drohverhalten und letztlich wenig Substanz. Es kam zu Haltebissen, jedoch zu keinen Verletzungen. Das ist alles in einem Rahmen, mit dem man gut leben kann.

31.1.2026

Verdacht auf Futterreaktion

Nach anfänglichem Bessergehen setzt erneut verstärkter Juckreiz ein. Verschiedene Futterversuche, darunter auch Pferd als vermeintlich gut verträgliche Proteinquelle, führen nur zu einer kurzfristigen Entlastung. Bereits nach etwa zwei Tagen kippt der Zustand wieder, und die Symptome nehmen erneut zu. Dieses wiederkehrende Muster lässt bei mir zunehmend Zweifel aufkommen, ob tatsächlich eine klassische Futterreaktion die Ursache ist. Die kurzfristigen Schwankungen passen zeitlich und klinisch nur bedingt zu einer gesicherten Futtermittelallergie. Damit rückt die Suche nach anderen Auslösern zwangsläufig in den Vordergrund. Die Ursachenklärung ist noch nicht abgeschlossen, sondern geht an dieser Stelle konsequent weiter.

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